Der Podcast übers Podcasten – für Podcaster*innen und alle, die es werden wollen

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Transkript

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Speaker0: Wenn gar keine Ähms vorkommen, wirkt es auch sehr steril und dann wieder fast

Speaker0: unmenschlich, weil eben diese Nahbarkeit fehlt, die ich eingangs schon erwähnt habe.

Speaker0: Das heißt, wenn uns hin und wieder mal ein Ähm unterläuft, ist das überhaupt nicht dramatisch.

Speaker0: Im Gegenteil, es zahlt ein auf so etwas wie Authentizität.

Speaker0: Das heißt, jeder muss mal überlegen, wie genau soll ich es denn jetzt sagen

Speaker0: und dann kommt ein Ähm raus. Also das ist grundsätzlich fein.

Speaker1: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast übers Podcasten.

Speaker1: Mein Name ist Brigitte Hagedorn und heute spreche ich mit Frederik Beyer. Hallo Frederik.

Speaker0: Hallo Brigitte.

Speaker1: Frederik, du bist Stimmtrainer, Sprecher und Sänger, Autor und Coach.

Speaker1: Frederik, was genau machst du?

Speaker0: Ja, die Überschrift über das, was ich tue, ist der Erfolgsfaktor Stimme.

Speaker0: Also Stimm- und Sprechtraining für die Menschen, die viel sprechen und das noch

Speaker0: überzeugender machen wollen.

Speaker0: Das sind Führungskräfte, Unternehmer, auch viele Vertriebsmitarbeiter und Trainer

Speaker0: und Coaches natürlich auch, logischerweise.

Speaker0: Und da geht es in erster Linie um Stimmwirkung im Außen.

Speaker0: Wie wirke ich denn mit und durch meine Stimme? Und wenn Menschen Anliegen haben

Speaker0: wie, puh, meine Stimme ist so hoch oder ich halte nicht so gut durch mit meiner

Speaker0: Stimme oder ich sage zu viele Ähm und da verpufft die Wirkung,

Speaker0: das sind unser Thema heute, wo wir noch drauf kommen.

Speaker0: Also das sind die typischen Anliegen, weswegen Menschen zu mir kommen.

Speaker1: Ja, und wir haben vor Jahren schon mal gesprochen.

Speaker1: Ich weiß nicht, 2013 kann das sein, also relativ früh, als dieser Podcast gestartet ist.

Speaker1: Und schon damals hast du gesagt, Stimme ist kein Schicksal.

Speaker1: Und man könne sie eben trainieren.

Speaker1: Und ich werde den Podcast auf jeden Fall auch nochmal verlinken,

Speaker1: auch wenn er tatsächlich schon uralt ist, gefühlt. Aber es stimmt ja immer noch.

Speaker1: Hat sich denn was getan beim Sprechtraining, sage ich jetzt mal,

Speaker1: oder sind die alten Übungen immer noch nutzbar?

Speaker0: Also ja und nein. Natürlich hat sich unheimlich viel getan bei mir.

Speaker0: Wäre schlimm, wenn nicht, wenn ich mich nicht entwickelt hätte als Trainer und

Speaker0: Coach und auch in der Art und Weise, wie ich Menschen unterstütze und begleite

Speaker0: in ihrem stimmlichen und persönlichen Wachstum.

Speaker0: Die Übungen dabei sind natürlich schon nicht die gleichen geblieben.

Speaker0: Es hat sich mein Repertoire auch verändert ohne Frage.

Speaker0: Neues hinzugenommen, altes vielleicht rausgeworfen. Aber die Stimme an sich,

Speaker0: die ist schon die gleiche geblieben.

Speaker0: Das heißt, die Mechanismen, wie die Stimme funktioniert.

Speaker0: Und die gewissermaßen auch Naturgesetze, die da wirksam sind,

Speaker0: das sind die gleichen geblieben, ohne Frage.

Speaker0: Und nur der Approach, die Annäherung, die Methode, das hat sich vielleicht ein

Speaker0: Stück weit weiterentwickelt, hoffe ich doch.

Speaker0: Und so begleite ich Menschen nicht nur in der Stimmtechnik.

Speaker0: Das bedeutet, wie kann ich jetzt beispielsweise mir mehr Raum nehmen,

Speaker0: dass die Stimme auch raumfüllend klingt, dass die tiefer, sonorer,

Speaker0: voller klingt, besser trägt und so weiter.

Speaker0: Sondern das hat ja auch was mit mir, mit meinem So-Sein als Mensch,

Speaker0: als Persönlichkeit zu tun.

Speaker0: Und an der Stimme, sage ich ganz salopp, hängt ein Mensch aus Fleisch und Blut,

Speaker0: mit Körper, mit einer Stimmbiografie, mit all dem, was sie oder ihn auszeichnet.

Speaker0: Und das nehme ich mit in den Blick. Ansonsten würde, so wie ich es verstehe,

Speaker0: Stimmtraining unvollständig bleiben.

Speaker0: Ich kann nicht nur die Stimme isoliert trainieren, denn systemisch hängt da

Speaker0: ja ganz viel mit zusammen, logischerweise.

Speaker0: Und das gucke ich mit an und schaue, wo ist der Engpass, wo kann ich mit relativ

Speaker0: wenig Aufwand viel Wirkungsergebnis erzielen.

Speaker0: Das hat sich leicht verändert und weiterentwickelt in den vergangenen Jahren.

Speaker1: Du hast es schön gesagt, es hängt immer ein ganzer Mensch dran und mit dem ja

Speaker1: die ganzen Ängste des Menschen und die Haltung des Menschen und alles.

Speaker0: So ist es.

Speaker1: Du hast vor einiger Zeit ein Webinar angeboten mit dem Titel Weniger Ähms, mehr Wirkung.

Speaker1: Ich konnte da nicht dabei sein, aber mich hat das natürlich neugierig gemacht.

Speaker1: Deswegen habe ich dich eingeladen und genau darüber wollen wir heute sprechen.

Speaker1: Vielleicht mal als erstes, mir passiert das ja auch, ich hoffe nicht so ständig,

Speaker1: aber mir passiert das auch.

Speaker1: Warum machen wir das eigentlich? Warum machen wir Ähms und Öh ms?

Speaker0: Ja, ich glaube, es hat viele Ursachen.

Speaker0: Vielleicht die allerwichtigste Ursache könnte sein, dass wir uns selber in so

Speaker0: eine Art Sprechplanungsnot bringen.

Speaker0: Und das hat viel zu tun mit der Sprechmelodie, und zwar der Sprechmelodie am Satzende.

Speaker0: Ich mache mal ein Beispiel vor, damit es ganz lebendig ist und jeder eine Idee

Speaker0: davon hat, was ich damit meine.

Speaker0: Es gibt Menschen, die stellen sich beispielsweise in Vorstellungsrunden so vor, das wäre die Variante 1.

Speaker0: Hallo Brigitte, ihm ich bin Frederik. Ähm ich freue mich sehr, heute hier zu sein in

Speaker0: deinem Podcast üb ers Podcasten.

Speaker0: Ähm, also wie du weißt, wir sind ja schon länger in Kontakt ähm und wir hatten schon

Speaker0: mal einen Podcast gemacht vor vielen, vielen Jahren.

Speaker0: Und jetzt hast du sicherlich gehört und alle anderen, die jetzt zuhören auch,

Speaker0: meine Sprechmelodie ging am Satzende leicht nach oben. So ist in der Schwebe geblieben.

Speaker0: Ich habe also keinen Punkt gemacht durch die Art und Weise, wie ich gesprochen habe.

Speaker0: Die andere Variante sinngemäß, sage ich mal, das Gleiche wäre wie folgt.

Speaker0: Hallo Brigitte, schön, dass ich wieder da sein darf in deinem Podcast übers Podcasten.

Speaker0: Ich bin Frederik Beyer, ich bin Stimmen- und Sprechtrainer. Also jetzt bin ich

Speaker0: mal ganz bewusst am Satzende jeweils runtergegangen, habe also einen Punkt gemacht.

Speaker0: Und wie man auch hören kann, die erste Variante wirkt ein bisschen unsicher.

Speaker0: Ich stelle das, was ich sage, in Frage. Wenn ich da so oben bleibe mit der Stimme,

Speaker0: wirkt es nicht so stabil und souverän und führungsstark. Ich bleibe oben,

Speaker0: das signalisiert, ich bin noch nicht fertig, da muss ja jetzt noch was kommen.

Speaker0: Aber möglicherweise weiß ich noch gar nicht, was ich als nächstes sagen will

Speaker0: und da ist es schon, das Ähen.

Speaker0: Also es hat viel damit zu tun, mit dem inneren Druck, mit dem Sprechdruck,

Speaker0: so nenne ich das ganz gerne, und auch der Art und Weise, wie ich gewohnt bin

Speaker0: zu sprechen, meine Sprechmuster.

Speaker0: Und wenn ich jetzt beispielsweise daran arbeite, kürzere Sätze zu machen und

Speaker0: die Sätze jeweils abzuschließen, tatsächlich mit einem Punkt am Satzende, dann ist viel gewonnen.

Speaker0: Und das kann man übrigens sogar mitten im Satz machen, hin und wieder mal die

Speaker0: Stimme senken und dann kann ich noch was sagen oder auch nicht, je nachdem.

Speaker0: Und es wirkt einerseits ruhiger, stabiler und nötigt es mich nicht so sehr zum Weitersprechen.

Speaker0: Ich kann also schöne Pausen machen, wie du das auch wunderbar tust.

Speaker0: Im Podcast, im Interview gibt

Speaker0: es Momente der Stille und das ist total schön. Da kann viel entstehen.

Speaker1: Und sind diese Ähms und Öhms gleich bedeutend, mich mit diesen ganzen anderen Fülseln nenne ich sie.

Speaker1: A lso ich sage zum Beispiel unheimlich gerne quasi.

Speaker0: Ja.

Speaker1: Ja, aber es gibt ja eine ganze Reihe anderer, genau, vielleicht.

Speaker1: Ist das das Gleiche? Also entstehen die aus einem ähnlichen Grund?

Speaker0: Ich glaube schon. Also das kann durchaus aus einem ähnlichen Grund passieren.

Speaker0: Die typischen Verzögerungslaute sind schon was anderes.

Speaker0: Es sind ja keine Wörter in dem Sinn. Es sind so vorsprachliche Partikel,

Speaker0: könnte man es auch nennen.

Speaker0: In der Fachsprache nennen wir es bildungssprachlich Hesitationen,

Speaker0: also Verzögerungslaute.

Speaker0: Und das kann ein mmm, ein Ohm, ein Ähm sein, sowas in die Richtung und das ist ja

Speaker0: schon substanziell was anderes als genau oder vielleicht, das sind ja ganz reguläre Wörter sozusagen.

Speaker0: Also das ist schon nochmal ein Unterschied, aber weswegen sie uns unterlaufen,

Speaker0: der Mechanismus dahinter ist durchaus ähnlich.

Speaker0: Also wenn ich beispielsweise am Satzende oben bleibe mit der Stimme,

Speaker0: dann sagen viele ja genau oder kommentieren Punkt.

Speaker0: Weil sie merken, ich bin ja eigentlich fertig und dann sage ich den Punkt,

Speaker0: den ich zuvor nicht gesprochen habe,

Speaker0: Also ich will damit sagen, die Mechanismen sind durchaus ähnlich.

Speaker0: Es hat was einerseits mit der Sprechmelodie am Satzende zu tun,

Speaker0: aber auch mit Gewohnheitsmustern.

Speaker0: Wenn man gewohnt ist, so zu sprechen, dann spricht man halt so,

Speaker0: wie man es gelernt hat und da passieren diese Ahms und Öhms und man könnte üben,

Speaker0: die zu reduzieren, wenn man das will. Ja.

Speaker1: Genau, wenn man das will. Ich habe, also mich nerven Ähms und Öhms zu viele.

Speaker1: Und ich schneide, für manche Kunden schneide ich auch die Podcasts und dann

Speaker1: nehme ich die gerne raus, einfach weil ich das Gefühl habe,

Speaker1: dann stehen die, also entweder die Gäste oder auch die Hosts einfach in einem

Speaker1: besseren Licht da, wenn sie nicht so viele haben.

Speaker1: Meine eigenen schneide ich immer aus.

Speaker1: Neulich bin ich versehentlich bei ChatGPT in diese Sprachversion gekommen.

Speaker1: Und da hat ChatGPT mir plötzlich mit Worten geantwortet und hat Ähms ud Ohms gemacht.

Speaker0: Ja.

Speaker1: Und da frage ich mich, brauchen wir als Zuhörer?

Speaker1: Denn eigentlich? Oder warum macht ChatGPT das?

Speaker0: Eine sehr tolle Frage. Vielen Dank dafür.

Speaker0: Ja, tatsächlich machen KI-Stimmen das und es wird bewusst natürlich auch so

Speaker0: programmiert, dass sie menschlich klingen.

Speaker0: Es geht um Nahbarkeit, um die Menschlichkeit, um eine vermeintliche Authentizität,

Speaker0: was natürlich völlig absurd ist.

Speaker0: Wir haben kein bewusstes Gegenüber, was da so spricht und denkt und überhaupt

Speaker0: versteht, nicht mal ansatzweise, was da die KI schreibt oder spricht.

Speaker0: Es geht um die Simulation. Das ist ganz wichtig zu verstehen.

Speaker0: Künstliche Intelligenz ist künstlich. Man kann sogar ein großes Fragezeichen

Speaker0: machen, ob es überhaupt Intelligenz ist. Das meiner Sicht nicht.

Speaker0: In jedem Fall, diese nichtmenschliche Intelligenz, die künstliche Intelligenz

Speaker0: simuliert all das, wo wir ein Bewusstsein dafür haben und reflektieren können.

Speaker0: Es ist also keine echte Emotion, es ist kein echtes Verständnis da und so simuliert

Speaker0: es auch die menschlichen Sprechplanungsnöte, das heißt ja tatsächlich so auch

Speaker0: in der Sprechwissenschaft eines meiner Lieblingswörter,

Speaker0: Sprechplanungsnöte, ich weiß gerade nicht, wie soll ich es denn sagen und dann

Speaker0: füllt auch die KI-Stimme das mit einem Ähm.

Speaker0: Um zu signalisieren, ich bin im Grunde auch ein bisschen wie du.

Speaker0: Ja, ich bin gar nicht so überlegen und ich muss auch mal überlegen.

Speaker0: Also vor dem Hintergrund, ich halte davon nicht so wirklich viel,

Speaker0: aber es wird gemacht, um eben diese Nähe oder vermeintliche Empathie herzustellen.

Speaker0: Und es bringt mich noch zu einem wichtigen Punkt an der Stelle.

Speaker0: Denn wenn gar keine Ähms vorkommen, wirkt es auch sehr steril und dann wieder

Speaker0: fast unmenschlich, weil eben diese Nahbarkeit fehlt, die ich eingangs schon erwähnt habe.

Speaker0: Das heißt, wenn uns hin und wieder mal ein Ähm unterläuft, ist das überhaupt

Speaker0: nicht dramatisch. Im Gegenteil, es zahlt ein auf sowas wie Authentizität.

Speaker0: Das heißt, jeder muss mal überlegen, wie genau soll ich es denn jetzt sagen

Speaker0: und dann kommt ein Am raus. Also das ist grundsätzlich fein.

Speaker0: Wir wissen jedoch, wenn zu viele Ams, so wie du es schon sagst,

Speaker0: wenn zu viele Ams auftauchen nach jedem zweiten, dritten Satz,

Speaker0: dann ist das einfach störend.

Speaker0: Es lenkt ab von der Botschaft und die Wirkung verpufft. Also es gibt Studien,

Speaker0: die das auch analysiert haben, schon ein paar Jahre her.

Speaker0: Die wahrgenommene Kompetenz von Sprechern, die sehr oft AM verwenden,

Speaker0: die sinkt um etwa 20 Prozent.

Speaker0: Also heißt, wenn ein oder selbe Sprecher beispielsweise mal ziemlich Ähm-frei

Speaker0: spricht und dann mit sehr vielen Ähms spricht,

Speaker0: dann kann man davon ausgehen, er wird um 20 Prozent weniger kompetent wahrgenommen

Speaker0: bei der zweiten Variante mit den vielen Ams.

Speaker0: Und der nächste Punkt ist auch spannend, die Zustimmungsrate des Publikums,

Speaker0: der Zuhörer, sinkt um etwa 10, 15 Prozent.

Speaker0: Das ist auch interessant. Das heißt, wenn ich einem Sprecher folge,

Speaker0: einen Speaker auf der Bühne zum Beispiel.

Speaker0: Also einerseits strengt es an, ich muss mehr mitdenken, filtern,

Speaker0: es ist störend, es lenkt irgendwie mich ab, ich kann mich nicht so gut auf den Inhalt konzentrieren.

Speaker0: Er wird 20% weniger kompetent und zugleich werde ich dann dem,

Speaker0: was er oder sie sagt, weniger bereit sein zuzustimmen.

Speaker0: Ja, um 10 bis 15 Prozent. Und angenommen, man würde jetzt nur,

Speaker0: das ist die große Kunst des Weglassens nun,

Speaker0: man muss gar nicht wirklich eine Übung machen oder extra was hinzuzunnen,

Speaker0: sondern einfach nur etwas weglassen, die Ähms und Öhms und schwuppdiwupp wirke ich

Speaker0: 20 Prozent kompetenter und die Zustimmungsrate steigt auch so um etwa 10 Prozent.

Speaker0: Das ist die gute Nachricht.

Speaker1: Das ist mega spannend, wie viel Prozent das sind. Das hätte ich jetzt tatsächlich nicht gedacht.

Speaker1: Und du sagst, man braucht ja nur etwas weglassen.

Speaker0: Ja, genau.

Speaker1: Ich glaube, wir wissen bei vielen anderen Dingen, das ist gar nicht so einfach, etwas wegzulassen.

Speaker1: Zum Beispiel Süßigkeiten oder das Glas Wein am Abend. Kann ich das auch trainieren?

Speaker0: Ja, das geht. Also Ähm-Fasten, nicht nur Süßigkeiten, auch Ähms.

Speaker0: Wie geht das? Also wichtig ist es sich erstmal bewusst zu machen,

Speaker0: wie oft passiert mir das denn überhaupt.

Speaker0: Sich selber mal aufnehmen, mitschneiden, einen Vortrag zum Beispiel oder mal

Speaker0: ein Kundengespräch und dann kann ich ja wirklich bewusst mal hinhören und hingucken,

Speaker0: wie oft passiert mir das denn tatsächlich.

Speaker0: Ist es wirklich so dramatisch, wie ich es selber empfinde. Ich kann auch andere,

Speaker0: mein Gegenüber mal fragen, einen Sparringspartner, du, wie nimmst du mich wahr,

Speaker0: wie ist meine Wirkung bei einem Vortrag, bei einer Präsentation im Unternehmen?

Speaker0: Um da das eigene Empfinden ein Stück weit zu validieren oder zu objektivieren.

Speaker0: Und in der Folge kann ich dann schauen, wie stark bleibt zum Beispiel meine

Speaker0: Stimme am Satzende oben oder geht sie runter. Das auch mal analysieren.

Speaker0: Und angenommen, ich will da mehr Wirkung erzielen, mit weniger Ähms und mehr

Speaker0: auf dem Punkt sprechen, dann gibt es eine schöne Übung, also vielleicht können wir zwei kurz benennen.

Speaker0: Die eine Übung ist recht simpel, ich diktiere einfach. Ich diktiere den Punkt.

Speaker0: Und allein, indem ich dieses Punkt sage am Satzende, bringe ich mich in diesen

Speaker0: Modus von Ich bin Herr über meine Zeit, ich diktiere viele Berufe,

Speaker0: in denen diktiert wird, Ärzte, Anwälte zum Beispiel.

Speaker0: Das macht was mit uns.

Speaker0: Also ich bin Frederik Beyer. Ich bin Stimmen- und Sprechtrainer.

Speaker0: Ich freue mich jetzt sehr, hier zu sein in deinem Podcast, Brigitte. Punkt.

Speaker0: Ja, dieses Stabile oder Kraftvolle, was auch damit verbunden ist,

Speaker0: hat Rückwirkungen auf mich, auf mein System und das könnte ein Approach sein,

Speaker0: das mal regelmäßig auszuprobieren,

Speaker0: mal einfach zu diktieren, später den Punkt natürlich dann wieder weglassen.

Speaker0: Aber von der Grundhaltung beim Sprechen bleibt es dabei. So ist es. Punkt.

Speaker0: Und dann gehe ich in diese Führung beim Sprechen noch mehr rein.

Speaker0: Die zweite Variante… Ja.

Speaker1: Gute Übung, die glaube ich relativ leicht auch nachzumachen ist, mal auszuprobieren.

Speaker1: Und man gewöhnt sich dadurch, denke ich, automatisch so ein bisschen bewussteres, anderes Sprechen an.

Speaker0: Absolut, genau, darum geht es. Und eine zweite kleine Übung wäre,

Speaker0: die Bewegung wirklich mitzumachen mit der Hand.

Speaker0: Ich gehe mal ganz bewusst nach oben, mache so eine Girlande,

Speaker0: nenne ich das, oder nennen es viele Sprechtrainer, Girlandensätze.

Speaker0: Ich fädle die Sätze auf, als ob da kein Punkt ist, sondern Komma.

Speaker0: Hallo ihr Lieben, ich bin Frederik Beyer, ich freue mich sehr, heute hier zu sein.

Speaker0: Fragezeichen, ja ganz bewusst und dann könnte man das Gegenteil ausprobieren.

Speaker0: Ich lasse am Satzende die Hand in den Schoß fallen und so wie die Hand runterfällt,

Speaker0: fällt auch meine Stimme in die sogenannte Lösungstiefe.

Speaker0: Hallo ihr Lieben, ich bin Frederik Beyer, ich freue mich, heute hier zu sein.

Speaker0: Ja, und das ist der Unterschied. So kann ich auch üben. Später dann natürlich

Speaker0: die Geste wieder weglassen.

Speaker0: Das sind die so ein, zwei Approaches.

Speaker1: Aber Gesten machen, beim Podcast wird es ja auch oft empfohlen,

Speaker1: dass man eben viel gestikuliert, um lebendiger zu klingen.

Speaker1: Das heißt, beim Podcast sprechen könnte man die Gesten durchaus machen.

Speaker0: Ja, natürlich. Und nicht nur da, meine ich. Also Stimme ist ja der hörbare Ausdruck

Speaker0: unserer Körpersprache.

Speaker0: Heißt, wie ich sitze, ob ich stehe, ob ich liege, ob ich mich bewege oder nicht. Das ist alles hörbar.

Speaker0: In der Stimme oder hinter der Stimme. Wir hören intuitiv, wenn ich anrufe und

Speaker0: meine Frau liegt auf der Couch und ist gerade müde, dann hören wir das.

Speaker0: Oder wenn jemand gerade durch die Fußgängerzone läuft, das hören wir am Telefon.

Speaker0: Und genauso auch beim Podcasten und in allen Situationen, Stimme ist der hörbarer

Speaker0: Teil der Körpersprache.

Speaker1: Jetzt hatte ich mir hier noch die Frage aufgeschrieben, warum ich das tun sollte, mir das abtrainieren.

Speaker1: Das hast du ja vorhin schon ganz wunderbar gesagt mit diesen wirklich hohen Prozentzahlen,

Speaker1: wie die Kompetenz steigt und wie auch die Nahbarkeit dann steigt,

Speaker1: wenn man es eben nur ab und zu vermittelt.

Speaker0: Richtig, so ist es.

Speaker1: Frederik, ich würde dich gerne noch fragen, wie man mit dir arbeiten kann.

Speaker1: Am Anfang hast du kurz ein bisschen erzählt, was du so machst, wie du arbeitest.

Speaker1: Hast du einen Link? Genau, sollen die Leute über LinkedIn dich ansprechen,

Speaker1: wenn sie Interesse haben?

Speaker1: Weil Sprache ist natürlich auch ganz wichtig für das Podcast.

Speaker0: Absolut. Also gerne bei LinkedIn, da bin ich sehr aktiv.

Speaker0: Gerne eine kurze Nachricht. Es ist immer möglich, wenn jemand ernsthaftes Interesse

Speaker0: hat und liebäugelt, an der Stimme zu arbeiten, an der Wirkung,

Speaker0: dass wir einfach mal eine Viertelstunde telefonieren.

Speaker0: Dann gibt es ein erstes kurzes Feedback auch und dann schauen wir,

Speaker0: ob die Chemie passt und schauen, was könnte der nächste Schritt sein.

Speaker0: Es gibt da viele Möglichkeiten in Einzelcoaching, aber mittlerweile habe ich

Speaker0: auch eine Community relativ neu, Community Erfolgsfaktor Stimme,

Speaker0: wo man gemeinschaftlich übt, lernt, sich austauscht über Stimmthemen und das

Speaker0: macht unheimlich viel Freude.

Speaker0: Also es gibt verschiedenste Möglichkeiten und in dieser ersten Viertelstunde

Speaker0: etwa könnt ihr dann herausfinden, was macht denn am meisten Sinn.

Speaker1: Also Community, da werde ich ganz hellhörig. Bei mir geht es oft so,

Speaker1: ich mache ja diesen Podcast nur einmal im Monat.

Speaker1: Und natürlich spreche ich auch sonst außerhalb des Podcasts.

Speaker1: Aber da ist mir das nicht so wichtig. Und ich bleibe immer nicht dran an den Sprechübungen.

Speaker1: Und ich glaube, so eine Community ist da natürlich auch dann ganz hilfreich.

Speaker0: Ja, absolut. Also ich habe auch die Erfahrung gemacht, dadurch,

Speaker0: dass man gemeinschaftlich übt, immer wieder verschiedene Termine und Optionen

Speaker0: hat und auch sich ein Stück weit überwacht.

Speaker0: So verbindet, dass man wie eine Art Laufpartnerschaft hat, Accountability-Partner,

Speaker0: Sparrings-Partner, wo man sich regelmäßig austauscht alle zwei Wochen.

Speaker0: Wir rufen einander an und legen einander Rechenschaft ab.

Speaker0: Wer hat was gemacht? Hast du deine Ziele erreicht? Und so weiter.

Speaker0: Und das im positiven Sinne bringt mehr Commitment und im Ende mehr Ergebnis.

Speaker1: Ja, bin ich fest von überzeugt. Vielen Dank, Frederik.

Speaker1: Vielen Dank für die tollen Zahlen und für die tollen Einblicke.

Speaker0: Ja, bitte, sehr gerne. Das hat mir viel Freude gemacht.

Speaker1: Danke für das Gespräch. Ja, liebe Hörerin, liebe Hörer, ich denke,

Speaker1: das war für Sie auch interessant.

Speaker1: Stimme ist, wie gesagt, beim Podcasten immer ein Thema.

Speaker1: Ich werde die Links und den Kontakt zu Friederik in die Shownotes setzen,

Speaker1: auch unsere alte Folge. und gleich werde ich Ihnen noch fragen,

Speaker1: ob wir vielleicht auch noch mal über das Sprechen ein Interview führen wollen.

Speaker1: Das werden Sie dann später mitkriegen.

Speaker1: Ich freue mich auf jeden Fall, dass Sie dabei waren und wenn Sie das nächste Mal wieder reinhören.

Speaker1: Eine gute Zeit bis dahin, Ihre Brigitte Hagedorn.

Über diesen Podcast

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